Die sechs Vorlesungen

 

(1) „Oje, wie reagiert man da am besten?“ ► 21.08.2017

Modelle als hilfreiche Geister für gelingende Kommunikation – ein Lebensbeispiel und ein erster Überblick.

Referent: Prof. Friedemann Schulz von Thun

Der „kommunikative Sonntagsanzug“ der siebziger Jahre war ein Irrweg. Es geht nicht um optimale Sprechblasen, sondern um den entwickelten Menschen mit Selbst- und Systembewusstsein. Schulz von Thun erinnert sich an seinen Vater und an misslingende Kontakte. Hätten die Modelle, die „sechs Steine der Weisen“, geholfen? Und wie?

(2) Erst quadratisch wird die Sache rund! ► 28.08.2017

Kommunikation als Begegnung auf vier Spielfeldern.

Referent: Dipl.-Psych. Marcus Poenisch

Das Kommunikationsquadrat von Schulz von Thun feiert in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag Jahre und hat dabei nichts von seiner Aktualität und Erkenntniskraft verloren! Wenn wir miteinander in Kontakt treten, sind wir mit „4 Schnäbeln und 4 Ohren“ ausgerüstet. Gut, wer sie einzeln beherrscht und im stimmigen Vierklang zusammenspielen lässt. Außerdem gilt: „Ohne vier geschulte Ohren bist du im Kontakt verloren!“

(3) Wer sich selbst versteht, kommuniziert besser! ► 04.09.2017

Das Innere Team als Modellvorstellung vom inneren Menschen und als Methode der Selbstklärung.

Referentin: Dipl.-Psych. Roswitha Stratmann

Der Mensch ist mit sich selbst nicht ein Herz und eine Seele. Die innere Pluralität ist erstens normal, zweitens häufig quälend und lähmend, drittens eine Quelle des inneren Reichtums und der inneren Synergie. Was hat das mit Kommunikation zu tun? Jeder menschlichen Äußerung liegt eine innere Gestalt zu Grunde.“ Sobald und sofern ich diese zu fassen bekomme, bin ich „spruchreif“. Dies kann aber mehr oder weniger gut gelingen, denn inneres Durcheinander und Gegeneinander meiner vielen Seelen in der Brust erschweren und gefährden authentische und klare Kommunikation. Wer sich selbst versteht, kommuniziert klarer und souveräner. Dass ich aber „alle beisammen habe“, dazu verhilft das Modell des Inneren Teams.
Sind wir unserer inneren Gruppendynamik ausgeliefert oder ist es möglich, darauf heilsamen Einfluss zu nehmen? Die Fähigkeit, aus einem zerstrittenen Haufen ein Inneres Team zu machen, ist eine professionelle und existenzielle Schlüsselqualifikation. Aber man muss, um Einfluss zu gewinnen, seine Pappenheimer gut kennen gelernt haben!

(4) Da prallen Welten aufeinander! ► 11.09.2017

Das Riemann-Thomann-Modell und seine „vier Himmelsrichtungen der Seele“ als Landkarte und Wegweiser für zwischenmenschliche Unterschiede.

Referentin: Dipl.-Psych. Gabi Manneck

Menschen sind verschieden – in der Art ihrer Kommunikation und Kontaktgestaltung, aber auch in Hinblick auf ihre vier Schnäbel und Ohren. Nach Riemann/Thomann werden wir „vier Himmelsrichtungen der Seele“ kennen und schätzen lernen. Warum wir mit manchen Menschen nicht „können“, fällt uns jetzt wie Schuppen von den Augen. Aber das muss nicht so bleiben!
Die „vier Himmelsrichtungen der Seele“ sind zugleich die Quellorte bestimmter menschlicher Qualitäten. Gut, wenn wir nicht auf einem Heimatort festsitzen, sondern nach allen Seiten zumindest Fühler ausstrecken, wenn nicht sogar etwas Land gewinnen! Die Rollenanforderungen verlangen in der Regel menschliche Qualitäten aus allen vier Heimatgebieten.

(5) Dass du nur nicht auf die schiefe Bahn gerätst! ► 18.09.2017

Persönliche Qualitäten und Herausforderungen im Lichte des Werte- und Entwicklungsquadrates.

Referent: Dipl.-Psych. Karl Benien

Ein „Instrument des Geistes“, das wir heute kennenlernen lehrt uns, dass sich die Entwicklungsrichtungen von Menschen überkreuzen: Was der eine dringend braucht (zur Abrundung seiner Persönlichkeit), hat der andere vielleicht schon viel zu viel: Bestimmen Sie mithilfe dieses Modells Ihre Entwicklungsrichtung(en)! Noch etwas anderes tritt dabei zu Tage: Die menschlichen Kontaktqualitäten höherer Ordnung sind „Regenbogenqualitäten“, d.h. sie entstehen (erst), wenn zwei Gegensatzqualitäten zusammenspielen. Der zigfach wiederkehrende Merksatz wird lauten: „Das eine ohne das andere ist Murks, ebenso das andere ohne das eine…!“, um uns für Ergänzungsqualitäten zu sensibilisieren und zu ausbalancierte Ergänzungspartnerschafen zu entwickeln (z.B. wertschätzende Akzeptanz und abgrenzende Konfrontationsfähigkeit).

(6) Kommunikation = M³ ► 25.09.2017

Unter dem Leitstern der Stimmigkeit.

Referent: Prof. Friedemann Schulz von Thun

Kommuniziere und verhalte dich in Übereinstimmung mit dir selbst (das ist die Suche nach Authentizität) und in Übereinstimmung mit dem, was die Situation ausmacht und was sie dir abverlangt (das ist die Bestimmung der Wahrheit der Situation). Kommt beides zusammen, sprechen wir von stimmiger Kommunikation. Die Modelle helfen uns bei der Suche nach Stimmigkeit. Das ist das erste M. Das zweite M betrifft die Methoden: gibt es eine kommunikative Methodenlehre? Und das dritte M, das ist der Mensch! Modelle, Tools und Techniken sind wichtig, aber der Mensch und seine stimmige Entwicklung bleiben das A und O.